U14 wird Deutscher Meister

Was für ein Triumphzug in der Hauptstadt: Die U14-Mannschaft des TSV BAYER 04 Leverkusen hat sich beim „Top 8“-Turnier des Deutschen Basketballbundes die Krone aufgesetzt. In einem Wochenende voller Dramatik, taktischer Finesse und unbändigem Teamgeist schrieben die Jungs Vereinsgeschichte.

Die U14 des TSV Bayer 04 Leverkusen ist Deutscher Meister. Foto: Pulsfort
Die U14 des TSV Bayer 04 Leverkusen ist Deutscher Meister. Foto: Pulsfort
Levin war der Matchwinner beim Overtime-Krimi gegen die Gasteber Berlin Tigers. Foto: Scheel
Levin war der Matchwinner beim Overtime-Krimi gegen die Gasteber Berlin Tigers. Foto: Scheel

Die Ankunft: Fokus unter dem Funkturm

Die Mission begann bereits am Donnerstagabend vor Pfingsten. Um sich optimal auf die Berliner Luft einzustellen, bezog das Team ein Quartier in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm. Trotz der Feiertage fand man ein erschwingliches Hotel, das zur perfekten Basis für das Unternehmen „Titeljagd“ wurde. Die Stimmung beim ersten gemeinsamen Abendessen war eine Mischung aus gespannter Vorfreude und tiefem Fokus – das Trainerteam spürte: Die Jungs sind bereit.

Freitag: Das Kraftpaket aus dem Süden geknackt

Gleich im ersten Gruppenspiel wartete eine Herkulesaufgabe: die MHP RIESEN Ludwigsburg. Die Favoritenrolle war auf dem Papier klar verteilt, denn Ludwigsburg war eine Mannschaft, die in der gesamten Saison lediglich ein einziges Spiel gegen eine U14 verloren hatte (eine knappe 3-Punkte-Niederlage gegen Leverkusen bei einem Turnier in Dortmund).

Das erste Viertel (19:18) war das erwartete Abtasten auf höchstem Niveau. Doch ab dem zweiten Viertel entfesselten unsere Jungs ein spielerisches Feuerwerk. Durch aggressives Pressing und eine begeisternde Spielfreude wurde Ludwigsburg förmlich überrannt. Ein unfassbarer 22:2-Run im dritten Viertel sorgte für die Vorentscheidung. Die Leverkusener Jungs spielten sich in einen Rausch, dem die Süddeutschen am Ende nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Mit 88:52 setzten wir ein deutliches Ausrufezeichen an die Konkurrenz – ein Sieg der mannschaftlichen Geschlossenheit.

Samstag: Das Wunder von Berlin – Charaktertest in der Overtime

Der Samstag wird wohl niemandem so schnell aus dem Kopf gehen. Gegen die gastgebenden Berlin Tiger (Norddeutscher Meister) entwickelte sich ein Krimi, der eigentlich schon verloren geglaubt war. Die Tiger wurden von einem Ausnahmespieler angeführt, den wir an diesem Tag trotz aller Bemühungen nicht stoppen konnten – am Ende standen für ihn 42 Punkte zu Buche.

3:48 Minuten vor Schluss lagen wir mit 10 Punkten zurück. Die Halle bebte, der Gastgeber wähnte sich auf der Siegerstraße. Doch unsere Jungs bewiesen eine moralische Stärke, die für dieses Alter außergewöhnlich ist. Punkt um Punkt kämpften wir uns heran. Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit lag Berlin noch mit drei Zählern vorn, ehe Levin Falke mit seinem Adlerauge eiskalt den Dreier zur Verlängerung einnetzte.

Auch in der Overtime blieb es dramatisch: 18 Sekunden vor Schluss, ein Punkt Rückstand, und der Berliner Topscorer stand an der Linie. Er traf nur einen von zwei Freiwürfen – zwei Punkte Rückstand. Auszeit Leverkusen. Co-Trainer Makaty Mbaye behielt die Nerven und zeichnete ein Play auf das Board, das die Jungs wie ein Uhrwerk umsetzten. Der Ball landete erneut bei Levin, der unter dem tosenden Applaus der mitgereisten Eltern (unserer treuen und nun wohl kurz vor dem Herzinfarkt stehenden Fankurve) den entscheidenden Dreier zum Sieg versenkte. Endstand nach Krimi: 89:88!

Sonntag: Die Ruhe nach dem Sturm

Nach den emotionalen Eruptionen der ersten beiden Tage verlief der Sonntag gegen die Niners Chemnitz deutlich kontrollierter. Da Leverkusen durch die bisherigen Ergebnisse bereits vorzeitig als Gruppensieger feststand, nutzten beide Trainer die Gelegenheit, die Belastung zu verteilen.

Es war eine Freude zu sehen, dass auch die Spieler, die zuvor weniger Minuten gesehen hatten, sofort im Rhythmus waren und Verantwortung übernahmen. In einem fairen und spielerisch ansehnlichen Match feierten wir einen souveränen 92:70-Sieg. Ein wichtiger Tag, um die Nerven der Trainer und den Puls der Eltern wieder in einen gesunden Bereich zu bringen und Kraft für das Finale zu tanken.

Pfingstmontag: Das Finale – Intensität als Schlüssel zum Gold

Im großen Endspiel wartete mit BBU 01 Ulm ein Gegner, der technisch und physisch alles abverlangte. Im ersten Viertel (20:24) konnten die Ulmer unserem Druck noch standhalten und setzten mit klugen Abschlüssen Nadelstiche.

Doch Basketball ist ein Spiel der Läufe und der Ausdauer. Ab dem zweiten Viertel griff unser „Full-Court-Pressure“ immer besser. Die ständige Verteidigungsarbeit zehrte an den Kräften der Ulmer, während wir durch eine tiefe Rotation das Tempo hochhalten konnten. Mit den Viertelergebnissen 24:11 und 27:15 setzten wir uns sukzessive ab. 

Als beim Stand von 90:65 die Schlusssirene ertönte, gab es kein Halten mehr. Die Jungs fielen sich in die Arme – der Lohn für eine harte Saison und ein perfektes Turnierwochenende.

Wir bedanken uns bei allen Teams für die fairen Spiele und die großartige Atmosphäre in Berlin.

Der Kader: 

Jomo Clarenbach, Lenn Meiring, Moritz Bay, Niko Kozaric, Johann Schmidt Algar, Paul Schäfer, Elias Burek, Pau Laßau Albes, Antonios Skevas, Tom Wöldecke, Levin Falke, Elijah Edosomwan, Edis Hodzic, Robin Pulsfort, Brandon Rodriguez, Noah Okon, Brian Rodriguez

Trainer: Thomas Röhrich 
Co-Trainer: Makaty Mbaye

Das Endklassement des Top 8:

  1. TSV BAYER 04 Leverkusen
  2. BBU 01 Ulm
  3. BC Hamburg
  4. Porsche BBA Ludwigsburg
  5. BG Bonn
  6. Berlin Tiger
  7. Nürnberg Falcons
  8. Niners Chemnitz

Wir sind stolz auf diese Mannschaft, die gezeigt hat, dass man mit Talent, Teamgeist und einem kühlen Kopf in den entscheidenden Sekunden alles erreichen kann!

Wir senden einen herzlichen Dank an die Gastgeber, die ein tolles Turnier in einer tollen Halle organisiert hatten. Danke an die Tigers!


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