Das Spiel der gegensätzlichen Halbzeiten

Mike Koch und seine Jungs mussten in Koblenz eine Niederlage hinnehmen / Foto: Frank Fankhauser
Mike Koch und seine Jungs mussten in Koblenz eine Niederlage hinnehmen / Foto: Frank Fankhauser

So recht wusste Michael „Mike“ Koch nach der Partie am 31. Spieltag nicht wohin mit sich. Der Blick des 60-Jährigen wanderte immer wieder auf das Scouting der zuvor absolvierten Partie. Seine Mannschaft hatte gerade mit 103:94 nach 40 intensiven Minuten gegen die EPG Baskets Koblenz verloren. Der gebürtige Licher packte die Statistiken beiseite und lief schnurstracks in Richtung Gästeblock, in dem sich die rund 100 mitgereisten Leverkusener Fans befanden. Mit Applaus bedankte sich Koch, der die Unterstützung des eigenen Anhangs umfassend lobte: „Was soll man noch groß sagen? Wenn dich so viele Fans in dieser schwierigen Lage begleiten, dann hat das vor allem Anerkennung verdient. Schade, dass wir ihnen keinen Sieg bescheren konnten…“

Der Spielverlauf: Erst in Hälfte zwei wacht BAYER auf

Ohne Donte Nicholas (Rückenprobleme) starteten die GIANTS ordentlich in die Partie und gingen früh mit 8:6 in Führung. Doch Koblenz antwortete prompt mit einem 9:0-Lauf und übernahm die Kontrolle. Während die Gastgeber ihre Würfe hochprozentig trafen, fanden die Leverkusener kaum Lösungen gegen die Defensive der Baskets. Folgerichtig lag BAYER nach dem ersten Viertel mit 20:28 zurück.

Auch im zweiten Abschnitt baute Koblenz den Vorsprung weiter aus. Vor allem aus der Distanz trafen die Gastgeber hochprozentig und setzten sich zwischenzeitlich auf 40:25 ab. Die GIANTS fanden offensiv kaum Rhythmus, leisteten sich zu viele Fehler und unterbrachen ihren eigenen Spielfluss immer wieder durch Fouls. So blieb Leverkusen vor allem auf Einzelaktionen angewiesen – insbesondere John Williams Jr. übernahm Verantwortung und kam mehrfach erfolgreich zum Korb. Dennoch ging es mit einem deutlichen 40:55-Rückstand in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel zunächst ausgeglichen, ohne dass die GIANTS entscheidend verkürzen konnten. Koblenz hielt den Vorsprung konstant und stellte in der 26. Minute auf 72:53 – eine scheinbare Vorentscheidung. Doch Leverkusen antwortete eindrucksvoll: Angeführt von Kobe Langley starteten die Gäste einen 15:0-Lauf und fanden nun auch offensiv ihren Rhythmus. Plötzlich fiel jeder Wurf, während Koblenz im Angriff ins Stocken geriet. Bis zum Ende des dritten Viertels kämpfte sich BAYER auf 70:74 heran und hielt die Partie wieder offen.

Im Schlussabschnitt knüpften die GIANTS zunächst an ihre starke Phase an und blieben in Schlagdistanz. In der 32. Minute gelang schließlich die Wende: Nach einem Block von Lök Wur schaltete Leverkusen schnell um, Kobe Langley vollendete den Fastbreak per Dunk zur 82:81-Führung. Koblenz reagierte mit einer Auszeit, und in der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie auf Augenhöhe. In den Schlussminuten jedoch übernahmen die Gastgeber wieder die Kontrolle. Während bei den GIANTS die Kräfte nachließen, agierte Koblenz abgeklärter, kam zu einfachen Punkten und setzte sich entscheidend ab. So musste sich BAYER trotz großer Moral am Ende mit 94:103 geschlagen geben.

Erstmals in 2025/26 konnten drei GIANTS in einer Partie mindestens 20 Zähler erzielen. Mit 26 Punkten, sechs Rebounds und zwei geblockten Würfen war Lök Wur der beste Farbenstädter an diesem Nachmittag. Der Forward kam auf eine Gesamteffektivität von 28. Dennis Heinzmann fuhr ein weiteres „Double-Double“ in der ProA ein (20 Zähler und zehn eingesammelte Abpaller). Auch John Williams Jr. überzeugte mit einer guten Angriffsleistung (26).

Koch: „Meine Mannschaft hat Charakter bewiesen“

Mike Koch fasste die Paarung wie folgt zusammen: „Erst einmal möchte ich Koblenz zum sicher feststehenden Klassenerhalt in einer gut besetzten ProA gratulieren. Zu meiner Mannschaft bleibt gesagt, dass wir derzeit in einer sehr schwierigen Phase der Saison stecken. Wir stehen mitten im Abstiegskampf und das ist für alle Beteiligten nicht einfach. In der ersten Halbzeit haben die Jungs nicht das abgerufen, was sie im Stande sind zu leisten. Wie wir dann aber zurückgekommen sind, beweist, wie viel Charakter dieses Team hat. Die Mannschaft hat sich ins Spiel gearbeitet und am Ende große Chancen auf den Sieg gehabt. Jetzt heißt es weitermachen und sich gewissenhaft auf die so wichtige Partie gegen Wolmirstedt vorbereiten.“

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen (vs. EPG Baskets Koblenz): Lök Wur (26 Punkte), John Williams Jr. (26), Dennis Heinzmann (20), Kobe Langley (8), Sebastian Brach (6), Luca Finn Kahl (3), Jug Bogdan (3), Ricardo Lynch (2), Sören-Eyke Urbansky und Calin Nita (DNP).

Christopher Kwiotek (CK)


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