Erfolg/Historie

Die Anfänge

Leverkusen kann auf eine lange Basketballtradition zurückblicken. Eine Schulsportgruppe des CD-Gymnasiums bildet bereits 1959 die erste Keimzelle des bis heute erfolgreichsten deutschen Basketballvereins. Zwei Jahre später finden die jungen Enthusiasten Aufnahme im TUS 04 BAYER Leverkusen. Der Durchmarsch von der Kreisklasse bis in die Bundesliga vollzieht sich in nur sieben Jahren. 1968 schaffen die BAYER-Basketballer um Bernd Wilhelm- dem letzten Mann der ersten Stunde - und "Largo" Wandel - dem ersten von zahlreichen A-Nationalspielern - den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Von Beginn an sorgen die "Farbenstädter" für frischen Wind in der Bundesliga. Garant für den Erfolg auf dem Parkett war der neue Coach Dr. Günther "Doc" Hagedorn, der aus dem Liga-Novizen in nur wenigen Wochen einen ernsthaften Meisterschaftsaspiranten formt. Nationalspieler Dieter Kuprella wird der erste Spielfeldstratege auf dem Parkett.

Bereits 1970 feierte man mit einem Sieg über den MTV Giessen den ersten Titelgewinn. In den folgenden Jahren wurde die Meisterschaft zweimal erfolgreich verteidigt. Von Beginn an wird auf eine systematische Jugendarbeit großen Wert gelegt. Die späteren Nationalspieler Rudi Kleen, Rainer Frontzek und Achim Kuczmann gehörten zu den ersten Nachwuchsspielern die bei den BAYER-Basketballern in den 70ern zu Leistungsträgern heranreiften. Später folgen weitere Spieler wie der spätere Manager Thomas Deuster, oder der Europameister von 1993 - Gunther Behnke sowie der langjährige NBA-Star Detlef Schrempf, die allesamt ihre ersten Sternschritte in der TSV-Jugend versuchen.

1981 folgt der erste große Umbruch. Die großen Stars wie Dieter Kuprella, Norbert Thimm, Rudi Kleen und John Ecker, die aus den BAYER-Basketballern die Riesen vom Rhein werden ließen, treten ab oder kürzer. Mit dem ehemaligen Nationalspieler Otto Reintjes erhalten die Riesen vom Rhein in dieser Zeit ihren ersten hauptamtlichen Manager. Unter Reintjes wird der Generationswechsel in nur wenigen Jahren erfolgreich vollzogen. Als echter Glücksgriff entpuppt sich im Januar 1985 die Verpflichtung des neuen Chefcoachs Jim Kelly.

Geprägt werden die Achtziger vom rheinischen Zweikampf mit dem BSC Saturn Köln. Höhepunkte waren der überraschende Titelgewinn 1985, als man erst in letzter Sekunde in die Play-Offs rutscht, dort Titelverteidiger ASC Göttingen ausschalten und gegen den DTV Charlottenburg - dem Vorläufer von ALBA Berlin - nach sechs langen Jahren den Meisterschild wieder in die Wilhelm-Dopatka-Halle holen kann. 1986 reicht es sogar zum Double. Der Engländer John Johnson ist der herausragende Spieler dieser Zeit. Mit dem Erreichen des Halbfinales im Europapokal der Pokalsieger kann man erstmals auch in einem internationalen Wettbewerb überzeugen.

Erfolgsära in den 80er und 90er

Von 1985 bis 1996 stehen die Farbenstädter in ununterbrochener Folge in der Finalrunde um die deutsche Meisterschaft. Nach drei frustrierenden Vizemeisterschaften (1986 bis 1989) führt Trainerneuling Dirk Bauermann den TSV Bayer 04 im Anschluss zu unglaublichen sieben Meisterschaften in Folge. Bis heute eine historische Leistung, welche nur schwer zu übertreffen sein dürfte. Vor der Saison 1989/90 übernahm der gebürtige Krefelder die "Riesen vom Rhein" als Headcoach die Geschicke an der Seitenlinie. Auch mit großer Unterstützung des damaligen Managers Otto Reintjes, der in Bauermann ein großes Trainertalent sah. Dem damals noch jungen Übungsleiter ist es zu verdanken, dass das legendäre US-Duo Clinton Wheeler und Kannard Johnson im Rheinland ladete. Beide Spieler sorgten für unzählige Glanzmomente im deutschen Ligabetrieb.

1990 bis 1996 sind die "BAYER-Boys" in der BBL das Maß aller Dinge. Unter Bauermann, der seine Trainerlaufbahn als Jugendtrainer in Leverkusen begonnen hatte, stößt BAYER auch in die europäische Elite vor. Sieben mal in Folge messen die "Riesen vom Rhein" ihre Kräfte mit den europäischen Top-Teams. Vor allem in eigener Halle feiert man tolle Siege u.a über Saloniki, Tel Aviv, Piräus, Zagreb, Badalona, Limoges und Bologna. Besonders legendär: der 90:64-Sieg beim FC Barcelona in der Saison 1993/94.

Spieler wie Henning Harnisch, Michael Koch, Chris Welp, Thomas Deuster, Moritz Kleine-Brockhoff, Gunter Behnke (Foto rechts) oder Denis Wucherer untermauern die sportliche Vormachtstellung des TSV in der Basketball-Bundesliga. Mit Koch, Harnisch, Kleine-Brockhoff und Welp stellt Leverkusen auch wichtige Leistungsträger der Nationalmannschaft, die im Sommer 1993 bei der EM in München die Goldmedaille gewinnt. Im Finale gegen Russland erzielt Chris Welp in den Schlusssekunden den alles entscheidenden Treffer zum Titel.

In den Neunzigern erwächst dem TSV in ALBA Berlin ein ebenbürtiger Herausforderer. 1994 im Halbfinale (3-0), sowie in den Finals 1995 (3-0) und 1996 (3-1) behaupten sich noch die BAYER-Basketballer. Erst die Auswirkungen des Bosman-Urteils 1996 lassen das erfolgreiche Team auseinander brechen. Diesmal gestaltet sich der Umbruch schwieriger. In der Saison 96/97 setzt man notgedrungen auf einen internationalen Mix um die übriggebliebenen Denis Wucherer, Hansi Gnad und Tony Dawson. Am Ende langt es nur zum Halbfinale gegen ALBA (1-3).

Nach einer enttäuschenden Saison 97/98, in der sich der TSV BAYER 04 Leverkusen nur mit Mühe als letztes Team für die Playoffs qualifizieren und damit der Relegation entgehen kann endet die beeindruckende "Ära Bauermann" in Leverkusen. Ein prägender Einschnitt für viele Fans, aber vor allem für den Verein. 

"Giganten" in der 2000er-Ära der BBL (2000 bis 2008)

Unter dem BBL erfahrenen Amerikaner Calvin Oldham (Foto links) beginnt der Neuaufbau mit jungen, hungrigen Spielern um den Amerikaner John Best, der in der deutschen Eliteklasse schon bald für Furore sorgen sollte. 1999 erreicht der deutsche Rekordmeister wieder das Halbfinale. 2000 spielen die Leverkusener Korbjäger wieder um den Titel. Gegen ALBA Berlin (0-3) reicht es jedoch nur zum "Vize". Im Sommer 2001 übernimmt Thomas Deuster das Amt des Geschäftsführers von Otto Reintjes, der als League Commissioner (Geschäftsführer) zur BBL wechselt.

Ab 2002 ist Heimo Förster - von 1984-1996 selbst für BAYER als Spieler aktiv - für den sportlichen Erfolg der ersten Herren verantwortlich, welche im gleichen Sommer unter dem Namen "BAYER GIANTS" in der BBL an den Start gingen. Auch wenn es in den beiden Spielzeiten (2002 bis 2004) nur zum Saison-Minimalziel Playoff-Teilnahme reichte, so haben damalige Hauptrundenerfolge über ALBA Berlin, RheinEnergy Köln oder GHP Bamberg gezeigt, das mit dem Rekordmeister immer zu rechnen ist. Um den Rückkehrer Denis Wucherer sollte nun eine Mannschaft mit jungen, deutschen Spielern geschaffen werden, die mittelfristig auch wieder um den Titel kämpfen kann. Mit der Berufung von Gordon Geib, Sven Schultze und Demond Greene in den Kader der A-Nationalmannschaft trug das neue Konzept schnell erste Früchte. Zudem wechselte der US-Amerikaner Nate Fox zu den GIANTS. Mit Headcoach Heimo Förster erreichte das Team am Ende der Saison 2002/2003 den siebten Platz bei den Playoffs. Die meisten Punkte der Saison erzielte John Best (787 Punkte, Schnitt: 19.20).

In der darauf folgenden Saison wurde Ex-Nationalspieler Hansi Gnad neuer Assistant Coach der BAYER GIANTS. Es rückten elf neue Spieler in die Mannschaft, darunter Arthur Kolodziejski, Alexander Seggelke und Lars Grübler (alle drei A2-Nationalspieler). Nate Fox wechselte zu Ramat HaSharon/Israel, für die Farbenstädter ein schwerer Verlust. Die GIANTS scheiden im Viertelfinale der Playoffs gegen Berlin aus und erreichen einen achten Platz. Top-Scorer der Saison 2003/2004 war Demond "Desmond" Greene (732 Punkte, Schnitt: 20.91).

Weitestgehend unverändert blieb das Personal der Mannschaft in der Saison 2004/2005. Bis auf einen Abgang (Rakim Hollis) blieb die gut eingespielte Mannschaft bestehen. Jedoch holte sich Headcoach Heimo Förster mit Achim Kuczmann einen neuen Assisant Coach an seine Seite. Das Team, aus dem nur Denis Wucherer und Demond Greene herausragten, fand jedoch über die gesamte Spielzeit nicht zu konstanten Leistungen, auf zwischenzeitliche Hochs folgten immer wieder ernüchternde Niederlagenserien. So stand als logische Konsequenz am Ende nur ein ernüchternder 13. Tabellenplatz zu Buche. Nach 35 Jahren Playoff-Dauerteilnahme mussten die BAYER GIANTS die Saison erstmals nach der regulären Runde beenden.

Im Sommer 2005 findet ein großer Umbruch unter dem Bayerkreuz statt. Mit neuen Spielern wie Brandon Woudstra, Jakob Sigurdarsson, Scott Ungerer und Rückkehrer Nate Fox sollte die vergangene Saison vergessen gemacht und namhafte Abgänge wie Artur Kolodziejski, Demond Greene, Denis Wucherer oder Sven Schultze ersetzt werden. Nicht nur das Team, sondern auch die Vereinsführung der "Giganten" bekam ein bekanntes, neues Gesicht: Otto Reintjes, der vor dem Wechsel zur BBL im Jahr 2000 bereits zwanzig Jahre lang Abteilungsleiter der Basketballer war, übernahm das Amt von Thomas Deuster und wurde neuer, alter Manager. Zudem holte sich Reintjes die Vorstandsmitglieder Walter Hebbel, Wolfgang Sobich und Stefan Grunwald ins Boot. Headcoach wurde nun Achim Kuczmann, der gleichzeitig Co-Trainer der Deutschen Nationalmannschaft um den damaligen NBA-Star Dirk Nowitzki war. Der Leverkusener Assistant Coach hörte erneut auf den Namen Hansi Gnad. Die ersten Monate der Spielzeit waren zum Vergessen. Im Januar 2006 standen die BAYER GIANTS zum ersten Mal in der Geschichte des BAYER-Basketballs auf einem Abstiegsplatz und das ganze elf Spieltage lang. Nach einer überragenden Rückrunde und einer Serie von sieben Siegen in Folge konnte das Team jedoch die Abstiegsregionen verlassen und kämpft sogar noch um die Playoffs. Nach einer knappen Niederlage gegen Bremerhaven erreichte die Mannschaft am Ende der Saison einen soliden zehnten Tabellenplatz. In dieser Saison wurde Brandon Woudstra, der mit 553 Punkten (Schnitt: 17.28) bester BAYER-Schütze war, All-Star.

In der Saison 2006/2007 blieben insgesamt drei Leistungsträger aus das Vorsaison in Leverkusen: Eigengewächs Gordon Geib, der mittlerweile in seine sechste BBL-Saison mit den "Riesen vom Rhein" ging, Kapitän Nate Fox und Topscorer Brandon Woudstra verlängerten ihre auslaufenden Verträge. Die freigewordenen Plätze wurden von sechs US-Amerikanern besetzt. Direkt aus den Staaten wechseln Jared Newson, John Goldsberry und Beckham Wyrick zu den BAYER GIANTS. Eine kürzere Anreise hatten die bereits in Europa aktiven Eric Taylor und Gabe Martin. Letzterer verließ Leverkusen jedoch bereits Anfang des Jahres 2007, Verein und Spieler trennten sich in gegenseitigem Einvernehmen. Als echter Glücksgriff stellte sich erwartungsgemäß der aus Karlsruhe an den Rhein gewechselte Derrick Allen heraus. Gekommen als einer der effektivsten Spieler der BBL, kristallisierte er sich auch bei den GIANTS als bester Korbjäger heraus. Die vielversprechenden Ergebnisse in der Vorbereitung schienen sich zu Saisonbeginn zu bestätigen. Doch die zeitgleiche Verletzung von John Goldsberry und Beckham Wyrick, zweier Stützen im Team von Headcoach Achim Kuczmann, machte den BAYER-Basketballern allerdings einen Strich durch die Rechnung. Auch die zwischenzeitliche Nachverpflichtung von Aufbauspieler Adrian Penland konnte die verkorkste Hinrunde nicht kompensieren. Eine Niederlagenserie spülte die BAYER GIANTS bis tief ins untere Tabellendrittel. Zum Jahreswechsel wurden Erinnerungen an die vergangene Saison wach, doch die Mannschaft startete nach der Rückkehr von Goldsberry und Wyrick einen unglaublichen Schlussspurt: Eingeleitet durch einen Auswärtssieg beim Spitzenteam aus Ludwigsburg kämpfte sich die Kuczmann-Truppe immer weiter nach vorne. Am 28. Spieltag standen die BAYER GIANTS seit langer Zeit wieder auf einem Playoff-Rang! Nach einem an Spannung kaum zu überbietenden Endspurt wurde die tolle Rückrundenleistung des Teams um Kapitän Nate Fox schließlich mit Platz 7 und dem Einzug in das Viertelfinale im Kampf um die Deutsche Meisterschaft belohnt. Dort wartete mit der EnBW Ludwigsburg bereits der zweitplatzierte der regulären Runde auf die "Riesen vom Rhein". Nach hart umkämpften Playoff-Nächten mussten sich die BAYER-Basketballer schließlich nach drei Niederlagen bei einem Sieg aus einer letztendlich versöhnlich beendeten Saison in die Sommerpause verabschieden.

Die darrauffolgende Saison 2007/2008 wurde zu einer Schicksalssaison: Der Hauptsponsor Bayer teilte den Verantwortlichen der BAYER GIANTS Leverkusen mit, dass er künftig nur noch den Jugendsport, nicht aber die Bundesligamannschaft finanziell unterstützen würde. Eine Hiobsbotschaft für alle Fans, Verantwortlichen, Spieler, Trainer, usw. Man begab sich auf die Suche nach neuen Sponsoren, doch das ernüchternde Ergebnis dieser Suche, war das Ende einer Sport-Historie im deutschen Sport.

Unbeeindruckt zeigte das Team eine starke Leistung und faszinierte Fans und Verantwortliche wie kaum zuvor. Man erreichte die Playoffs und schied dort gegen die Frankfurt Skyliners in der ersten Runde aus. Damit war die 40-jährige Basketball-Bundesligageschichte der "Riesen vom Rhein" Vergangenheit.

Meister in der 1. Regionalliga West des WBV (2008/09)

Die Saison in der 1. Regionalliga West startete für die GIANTS am 6. September 2008 mit einem Heimspiel gegen den BB Salzkotten. Die Mannschaft um Headcoach Stephan Ruers konnte diese Aufgabe klar mit 103:59 für sich entscheiden. Das Team ging mit sechs Neuverpflichtungen in die Saison, vor allem die US-Amerikaner Timothy „Tim“ Hailey und Christopher „Chris“ Martin sorgten schon vor der Saison für Gesprächsstoff. Die Leverkusener gewannen die ersten vier Spiele ohne Probleme, erst am 5. Spieltag empfingen die GIANTS zum Topspiel der Liga, die Elephants Grevenbroich. Trotz einer guten Leistung der „Riesen vom Rhein“, konnte sich Grevenbroich mit 73:78 durchsetzen und übernahm vorläufig die Tabellenspitze. In Leverkusen kehrte leichte Ernüchterung ein, nachdem die Gegner vorher spielend leicht besiegt wurden.

Den weiteren Verlauf der Hinrunde meisterte der Deutsche Rekordmeister ohne große Probleme. Zwar verlor man überraschend mit 90:94 gegen die BG Dorsten, aber Spitzenspiele gegen den BSV Wulfen oder die NOMA Kangaroos Iserlohn konnten die GIANTS für sich entscheiden. Bei den Leverkusenern kristallisierte sich heraus, dass der US-Amerikaner Chris Martin zum wichtigsten Spieler des Teams geworden war. Er war nicht nur Topscorer des Teams, sondern auch der stärkste Rebounder der Rheinländer. Neben ihm waren die Zwillingsbrüder Tom und Ben Spöler sowie der Point Guard der Mannschaft, Tim Hailey die wichtigsten Spieler des Teams.

Kurz vor Weihnachten trafen die Leverkusener auf den Tabellenführer Schwelmer Baskets. Es kamen knapp 2.100 Zuschauer zum Spitzenspiel in der Regionalliga West an die Bismarckstraße. Die Farbenstädter lagen fast das gesamte Spiel zurück, konnten aber am Ende durch eine kämpferische Mannschaftsleistung das Spiel mit 85:80 gewinnen. Damit waren die GIANTS nur noch zwei Punkte hinter dem Tabellenführer aus Schwelm.

Am 28. März 2009 feierten die "Riesen vom Rhein" vor 1.200 Zuschauern mit einem 111:72-Heimerfolg über den GV Waltrop die Meisterschaft in der 1. Regionalliga West. Verbunden war damit der sportliche Aufstieg in die ProB. Profitieren konnten die Riesen vom Rhein von einer überraschenden Niederlage der bis dahin führenden Schwelmer Baskets am vorletzten Spieltag. In Salzkotten verloren sie durch einen erfolgreichen Dreipunktewurf mit "Buzzer" und Brett mit 99:98 und waren nun punktgleich mit Leverkusen. Den direkten Vergleich konnten sich die "Giganten" bereits im Vorfeld mit einer grandiosen Teamleistung in Schwelm (67:98) sichern.

Bei den Heimspielen der Saison 2008/09 betrug der Zuschauerschnitt in Leverkusen knapp 450 Zuschauer pro Spiel. Vor allem aber hielten viele Fans dem Verein nach dem Zwangsabstieg die Treue, was in erster Linie bei Auswärtsspielen deutlich wurde, bei dem BAYER-Fans immer vertreten waren und sind.


Der Rekordmeister in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA und ProB (2009 bis heute)

Nach dem den GIANTS der Aufstieg in die ProB gelungen war, war das erste Ziel des Trainers Stephan Ruers, den Verein in der 2. Basketball-Bundesliga zu etablieren. Die meisten Spieler aus dem Meisterjahr konnten gehalten werden. Während die US-Amerikaner Chris Martin und Tim Haley den Verein verließen, verstärkten sich die GIANTS zu Beginn der Saison 2009/10 mit US-Forward Hunter Henry und dem Vorjahres Topscorer der NCAA III, John Grotberg.

BAYER startete sofort mit einem Heimsieg gegen den Meister der Saison 2008/09, MTV Herzöge Wolfenbüttel, in die Saison. Mit einem deutlichen 91:70 Sieg übernahm der deutsche Rekordmeister die Tabellenführung in der ProB. Nach dem guten Beginn der Saison in der neuen Spielklasse verloren die "Mannen von der Dhünn" von den nächsten zehn Spielen sieben. Am vierten Spieltag der Saison entließ Manager Otto Reintjes den enttäuschenden John Grotberg und verpflichtete mit Rodney Foster einen Aufbauspieler aus der NCAA I (Rice University). Mit Foster ging es bergauf und nach der Hinserie (15 Spielen) hatte BAYER eine Bilanz von sieben Siegen und acht Niederlagen vorzuweisen. In der Rückrunde konnte man gegen die starken Mannschaften der Liga mithalten, am Ende verlor man jedoch immer. Die Pflichtaufgaben erfüllte man souverän und beendete die Saison mit einer ausgeglichenen Bilanz von 15 Siegen zu 15 Niederlagen auf einen guten siebten Tabellenrang (von 16 Teams).

Zu Beginn der Saison 2010/11 wurde Trainer Stephan Ruers nach drei Jahren als BAYER Headcoach entlassen und durch Chris Martin als Spielertrainer ersetzt. Die "Giganten" hatten einige namhafte Abgänge zu verkraften (Henry, Foster, Mönninghoff etc.) und mussten einen fast komplett neuen Kader zusammenstellen. Cheftrainer Chris Martin verpflichtete als Importspieler Nick Michael (vorher GiroLive-Ballers Osnabrück) und Justin Eller (Sacramento State University / NCAA I). Als deutsche Spieler holte man mit Felix Engel (Urspringschule) und Steven Monse (ALBA Berlin II) zwei damalige U20-Nationalspieler. Der Saisonbeginn musste spätestens nach 12 Spielen als „Fehlstart“ angesehen werden. Eine Bilanz von vier Siegen und acht Niederlagen der Leverkusener zwang die Verantwortlichen zu handeln und man verpflichtete mit US-Comboguard Josh Young (Drake University / NCAA I) einen starken Schützen. Mit durchschnittlich 27,5 Punkten pro Spiel hatte Young großen Anteil am Erreichen der neugeschaffenen „ProB-Playoffs“. Dort schied man jedoch als Achter im Norden gegen den erstplatzierten im Süden, das TEAM EHINGEN/URSPRINGSCHULE, klar mit 0-2 aus. Nach der Saison musste Cheftrainer Chris Martin BAYER verlassen und man verpflichtete mit Achim Kuczmann ein Leverkusener „Urgestein“ als Verantwortlichen an der Seitenlinie.

Unter Kuczmann zogen die GIANTS wieder in die Play Offs ein. Zuvor war die Mannschaft aus der Nord-Staffel in die Süd-Staffel der Liga versetzt worden. Dort schloss der 14malige Deutsche Meister die Hauptrunde der Saison auf Rang vier ab. In den Playoffs gelang es den Leverkusenern bis ins Finale um den ProB-Titel vorzudringen. Dort trafen die GIANTS im Finale auf die Schwelmer Baskets. Gegen die Baskets setzten sich die GIANTS nur Dank der Korbdifferenz durch und errangen die Meisterschaft. Mit dem Titel verbunden war die sportliche Qualifikation für die ProA. Nachdem zunächst unklar erschien, ob die GIANTS den sportlichen Aufstieg aufgrund von wirtschaftlichen Zwängen würden wahrnehmen können, gab das Management im Mai 2013 bekannt, dass die GIANTS die Voraussetzungen schaffen konnten und zur Saison 2013/2014 in der ProA antreten werden. Am Ende der Saison 2015/16 stieg die Mannschaft in die ProB ab.

Nach dem Abstieg in die ProB änderte sich der Kader der Mannschaft grundlegend. So verließ Publikumsliebling Dennis Heinzmann den Rekordmeister und unterschrieb einen Vertrag beim rheinischen Rivalen, den RheinStars Köln. Neu in den Kader kamen neben anderen die drei US-Amerikaner Kerry Carter, Brandon Nazione und Damon Smith sowie der ehemalige Jugendnationalspieler Alexander Blessig und der erfahrene Flügelspieler Tim Schönborn. Die Hauptrunde 2016/17 beendete BAYER mit einer Bilanz von 13 Siegen und neun Niederlagen auf dem vierten Tabellenplatz der Südstaffel. Carter wurde im Anschluss durch die Trainer, Mannschaftskapitäne und Fans der Liga zum besten Spieler des Jahres gewählt. Mit Heimrecht traf man in der ersten Runde der Playoffs auf die VfL SparkassenStars Bochum. In einer ausgeglichenen Serie zogen die Leverkusener mit 1:2 den Kürzeren und schieden im Kampf um den Aufstieg aus.

2017/18 nahm der Rekordmeister neuen Anlauf und änderte die Verpflichtungsstrategie. Statt eines Ausländers auf den kleinen Positionen sollten nun junge deutsche Akteure den Aufbau leiten, als Brettspieler konnten die US-Amerikaner C.J. Oldham (Sohn des ehemaligen Leverkusener Trainers Calvin Oldham), Bruce Beckford und Donovon Jack verpflichtet werden. Die Saison verlief für den Rekordmeister eher durchschnittlich, zu oft blieben die ausländischen Spieler hinter ihren Erwartungen zurück und nur knapp erreichten die GIANTS als Tabellenachter die Endrunde um den Aufstieg in die ProA (zehn Siege / zwölf Niederlagen). Im Playoff-Achtelfinale traf BAYER auf die Artland Dragons Quakenbrück. Da beide Mannschaften über eine gemeinsame Geschichte in der Basketball-Bundesliga verfügen, sorgte die Paarung bereits im Vorfeld für großen Gesprächsstoff. In der ersten Partie der „Best-Of-Three“-Serie behielten die Dragons mit 95:71 deutlich die Überhand, bevor die "Giganten" in der Ostermann-Arena vor 1.500 Zuschauern mit einem 84:70-Erfolg für eine faustdicke Überraschung sorgten. Die entscheidende dritte Begegnung war lange Zeit ausgeglichen und zwischen beiden Mannschaften war keiner großer Leistungsunterschied zu erkennen, dennoch setzte sich der Favorit aus Niedersachsen schlussendlich mit 90:75 durch und zog in die nächste Runde ein.

Bevor die ProB in die neue Saison 2018/19 startete, gab der bisherige BAYER-Trainer Achim Kuczmann seinen Posten als Cheftrainer ab. Ihn beerbte sein bisheriger Assistent Hansi Gnad. Der Europameister von 1993 war zuvor Übungsleiter der U19-Bundesligamannschaft des TSV BAYER 04 Leverkusen und erreichte mit dem Team mehrere Male die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft. Kuczmann bleibt dem Verein als Geschäftsführer der Basketball-Abteilung erhalten. Gnad führte die Mannschaft im Spieljahr 2018/19 auf den ersten Platz der Südstaffel der 2. Bundesliga ProB, dabei wurde mit 22 Siegen eine neue ProB-Bestmarke aufgestellt. In der folgenden Meisterrunde zog man ins Finale ein und bezwang in den beiden Endspielen den Nord-Ersten Münster mit 89:86 sowie 88:60. Damit schloss Leverkusen die Saison als Meister der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ab, der sportliche Aufstieg war bereits durch den Einzug in die Endspiele erreicht worden. Beste Leverkusener Korbschützen der Meistermannschaft waren Tim Schönborn und Nick Hornsby mit jeweils 12,2 Punkten je Begegnung. Als bester Vorbereiter glänzte Nino Celebic mit 4,3 Korbvorlagen pro Partie.

Die Leverkusener verstärkten sich vor der ProA-Saison 2019/20 mit etablierten Zweitligaspielern wie Eddy Edigin Jr. oder Luca Kahl und konnten den Großteil ihres Kaders aus dem Vorjahr zusammenhalten. Die ersten beiden Spiele verloren die Rheinländer dann auch recht deutlich, bevor am dritten Spieltag der erste Saisonsieg über die VfL Kirchheim Knights folgte (103:86). Schnell machten sich die BAYER GIANTS einen Namen in der Liga und wurden zu einem unangenehmen Gegner. Ein Ausrufezeichen setzte der Basketball-Rekordmeister am 8. Spieltag, als die Nürnberg Falcons BC in die Ostermann-Arena reisten. Die Franken lagen über einen langen Zeitraum mit 21 Zählern in Front. Die Leverkusener, angeführt vom stark aufspielenden Colter Lasher, kamen nicht nur zurück, sondern gewannen schlussendlich auch die Partie mit 91:83. Nach zehn gespielten Partien standen die GIANTS überraschend mit einer Bilanz von sieben Siegen und drei Niederlagen auf dem vierten Tabellenplatz. In der Folge konnten sich BAYER im oberen Tabellendrittel festsetzen und das trotz einiger Ausfälle wie zum Beispiel ihrer Brettspieler Dennis Heinzmann und Marian Schick. Am Ende der Saison 2019/20, welche aufgrund der COVID-19 Pandemie frühzeitig endete, belegte Leverkusen den fünften Rang. Topscorer der Farbenstädter war Nick Hornsby mit 14,3 Punkten pro Spiel, gefolgt von Colter Lasher (13,9 PpS) und Nino Celebic (10,7 PpS). Im Durchschnitt besuchten die 13 Heimspiele der „Giganten“ 2019/20 1.002 Zuschauer in der Ostermann-Arena.