"Will meine Führungsqualitäten verbessern"

16.10.2018

Lennard Winter ist der Jüngste im Kader der "Giganten" und weiß mit seiner Leistung zu überzeugen.

Er ist der "Youngster" im Team und weiß zu überzeugen: Lennard Winter ist erst 17 Jahre alt und beweist in der ProB über welch großes Talent er verfügt. Im Interview sprechen wir mit dem Aufbauspieler über seine Entscheidung nach Leverkusen zu wechseln, was sein Vater, der bekannte Basketball-Kommentator Manni Winter, ihm über die BAYER GIANTS im Vorfeld erzählt hat und vieles mehr.


Lennard, vielen Dank das du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie geht es dir in deinen ersten Monaten in Leverkusen?

Sehr gerne!
Am Anfang war es schon eine Umstellung für mich, so weit von zuhause entfernt zu sein. Ich wurde aber gut von den Spielern, den Verantwortlichen des Vereins und auch den Fans aufgenommen, was mir geholfen hat, mich hier zurechtzufinden. Mittlerweile fühle ich mich in Leverkusen sehr wohl. Sportlich gesehen haben wir bisher auch noch kein Spiel verloren, sei es in der ProB, der NBBL oder mit der 2. Mannschaft, es läuft also in dieser Sicht auch nicht gerade schlecht.


Viele Fans fragen sich wie dein Wechsel zustande gekommen ist, schließlich wechselst du nicht von einem Verein aus der Nähe zu den GIANTS, sondern kommst vom FC Bayern Basketball aus München. Wie kam es zu diesem Wechsel?

Nachdem ich im Juni mein Abitur erfolgreich abgeschlossen hatte und die letzte Saison zu dem Zeitpunkt auch schon beendet war, haben wir Familienangehörige in Düsseldorf besucht. Ich wollte in der Offseason aber weiterhin trainieren, also erkundigte sich mein Vater bei Hansi Gnad, den er von früher kennt und mit ihm er gut befreundet ist, ob ich nicht für eine Zeit lang bei den GIANTS mittrainieren könnte. Mir gefiel es dann sehr gut in Leverkusen, Hansi und Jacques waren auch von mir überzeugt, sodass ich mich für Leverkusen entschieden habe, weil es für meine sportliche Entwicklung der beste Schritt ist.

Über deinen Vater hast du schon gesprochen, das ist niemand geringeres als der bekannte Basketball-Kommentator Manfred „Manni“ Winter. Er selbst hat früher in Leverkusen gespielt und kennt den Verein also bestens. Was hat er dir in Bezug auf die BAYER-Basketballern gesagt?

Ich habe mit meinem Vater, generell mit meinen Eltern, viel über den möglichen Wechsel zu den BAYER GIANTS Leverkusen gesprochen. Dass mein Vater dann auch noch selber hier gespielt hat, war natürlich sehr hilfreich. Was er mir von den BAYER-Basketballern erzählen konnte war eigentlich nur positiv, von den früheren Erfolgen bis zu den Menschen, mit denen er dort zu tun hatte, wie Achim Kuczmann, Frank Rothweiler oder Hansi Gnad. Das hat mir zusätzlich weitere Gewissheit verschafft, dass ein Wechsel der richtige Schritt ist.

In der Vorbereitung hast du dich dann gut im ProB-Kader zurechtgefunden und dich mit gestandenen Spielern wie Ron Mvouika, Marian Schick oder Dennis Heinzmann "duelliert". Wie war das für dich mit solchen Jungs auf einem Feld zu stehen, die über eine Menge Basketball-Erfahrung verfügen?

Während meiner Zeit in München habe ich bereits öfter die Situation erlebt, gegen ältere und erfahrenere Spieler zu spielen. Trotzdem ist es immer etwas anderes als mit Gleichaltrigen zu spielen. Ich musste mich also erst einmal zurechtfinden, um vor allem physisch mitzuhalten. Gegen solch erfahrene Akteure zu spielen oder mit ihnen in einem Team zu sein hilft mir aber in meiner Entwicklung, da ich mir viel von ihnen abschauen kann und einige Tipps von den Jungs bekomme, was ich in meinem Spiel noch verändern bzw. noch besser machen kann.

Wie siehst du persönlich deine Rolle im diesjährigen Team?

Meine Rolle in der Mannschaft besteht darin, dass ich momentan hinter Nino Celebic und Alexander Blessig der dritte Aufbauspieler der GIANTS bin, aber auch durchaus mit ihnen zusammen auf dem Feld stehen kann. Meine Hauptspielzeit erhalte ich aktuell aber in der zweiten Mannschaft (2.Regionalliga) und der NBBL.

Bereits am 1. Spieltag hast du knapp 11 Minuten gespielt und so ProB-Luft schnuppern können. Hast du erwartet, dass du gleich in deiner ersten Partie für BAYER Spielzeit erhältst?

Hansi hatte mit mir vor dem Spiel geredet und gesagt, dass ich schon relativ früh ins Spiel kommen werde. So konnte ich mich gut darauf einstellen, wobei ich nach der Vorbereitung und der Vielzahl von Testspielen, in denen ich auch immer Spielzeit und das Vertrauen von den Trainern bekommen habe, schon davon ausgegangen bin, dass ich Minuten bekommen werde.

Was sind deine Ziele mit den "Giganten" in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga 2018/19?

Wir denken von Spiel zu Spiel und konzentrieren uns immer auf den kommenden Gegner. Unser Ziel ist es auf jeden Fall die Playoffs zu erreichen, am besten wäre es natürlich mit Heimvorteil, da dieser eine Playoffrunde sicherlich mitentscheiden kann. Die Saison ist noch sehr lang, deswegen ist es schwer sich auf eine bestimmte Platzierung festzulegen. Wir werden aber alles tun, um so erfolgreich wie möglich zu sein!

Vorrangig sollst du im NBBL-Kader als Leistungsträger für Siege sorgen. Gegen Oldenburg hat das mit 16 Zählern und acht Rebounds gleich gut geklappt, gegen Bonn/Rhöndorf hast du mit 13 Punkten nachgelegt. Was ist für euch in dieser Saison möglich?

Wir haben in der NBBL ein sehr talentiertes Team mit einem tiefen Kader, des Weiteren sind Jacques und Nick gute und vor allem ambitionierte Trainer. Die Vorbereitung und das erste Spiel der Saison in Oldenburg haben gezeigt, dass wenn wir mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, gegen jede Mannschaft gewinnen können. Kommen wir ohne größere Verletzungen oder ähnliches durch die Saison, ist für uns sogar möglicherweise mehr drin als für das letztjährige NBBL-Team.

Du hast deine beiden Coaches Hansi Gnad und Jacques Schneider bereits angesprochen. Wie empfindest du die Zusammenarbeit mit deinen beiden Trainern?

Hansi und Jacques sind sehr ehrgeizige Trainer, die viel Zeit investieren, um unsere spielerische Entwicklung voranzutreiben und von denen ich als Spieler einiges lernen kann. Die Zusammenarbeit mit den Beiden empfinde ich als sehr positiv und in den zwei Monaten, in denen wir jetzt trainiert haben, habe ich mich basketballerisch und physisch deutlich weiterentwickelt. Ich bin mir sicher, dass das auch im weiteren Verlauf der Saison der Fall sein wird.

Welche Schwächen in deinem Spiel möchtest du in diesem Jahr verbessern? Was sind deine persönlichen Ziele?

Man versucht als Spieler natürlich an allen Bereichen seines Spieles zu arbeiten, es gibt immer noch „Luft nach oben“. Woran ich aber gezielt arbeite, ist meinen Wurf konstant zu treffen, um in den Spielen dann auch die entsprechende gute Quote zu haben. Außerdem will ich dieses Jahr besonders an meinen Führungsqualitäten arbeiten, sei es in der NBBL oder der 2. Regionalliga. Einige meiner Ziele überschneiden sich mit den Teamzielen, da es am Ende der Saison darum geht, die Spiele zu gewinnen.

Zuletzt die Frage an dich: Welche Schlagzeile würde Lennard Winter in fünf Jahren am liebsten über sich lesen...?

Schwierige Frage. Ich konzentriere mich lieber auf meine persönlichen Ziele in den kommenden Monaten und die Mannschaftsziele für diese Saison. Was danach kommt, wird man dann sehen. Fünf Jahre sind eine sehr lange Zeit, in der vieles geschehen kann. Natürlich habe ich Träume, aber ohne dafür jetzt zu trainieren, werden diese nicht wahr werden.

(Das Gespräch führte Christopher Kwiotek)