Clevere Leverkusener bezwingen Tübingen
Nach vielen Wochen und Monaten war es gestern gegen 20 Uhr soweit: Die GIANTS haben endlich wieder die Abstiegsplätze in der ProA verlassen und haben das „rettende Ufer“ erreicht. Mit 94:81 bezwangen die BAYER-Korbjäger in einer bis zum Schluss umkämpften Begegnung die Gäste aus Tübingen. Es war ein verdienter Erfolg, da waren sich Leverkusens Cheftrainer Michael „Mike“ Koch und der Tigers-Hauptübungsleiter Eric Detlev auf der anschließenden Pressekonferenz einig: „Ich kann Leverkusen nur gratulieren: Sie haben uns vor allem in der ersten Hälfte den Zahn gezogen und uns das Leben verdammt schwergemacht“, gab Coach Detlev zu Protokoll.
Spielverlauf: BAYER feiert „Start-Ziel-Sieg“
In der Tat: Die „Giganten“ starteten hocheffizient in die Paarung. Erstmalig startete Lök Wur für BAYER und der Forward brillierte defensiv neben Teamkollege Dennis Heinzmann. In der Anfangsphase dominierten die GIANTS und setzten sich Punkt um Punkt von den Gästen ab. Diese suchten noch nach der Erfolgsformel. Die Tigers verwerteten ihre offenen Wurfchancen nicht. Die Farbenstädter wurden von Minute zu Minute stärker und spielten sich in einen Rausch. Das 28:11 nach zehn absolvierten Spielminuten war von der Leistung her vermutlich das beste erste Viertel der Hausherren: „Diese Hypothek, dieser Rückstand, war am Ende einfach zu groß für uns“, zog Tübingens Trainer Eric Detlef später Bilanz.
Im zweiten Durchgang hofften die Fans des ProB-Champions von 2025 natürlich auf einen ähnlich guten Abschnitt. Doch diese Hoffnung, sollte sich schnell legen. Tübingen war jetzt aufmerksamer und kam, angeführt vom stark aufspielenden Jordan Johnson (20 Punkte an diesem Abend heran). Aus einem Rückstand von zwischenzeitlich 17 Zählern korrigierten die Baden-Württemberger zum Ende der ersten Hälfte auf drei Punkte (50:47). Doch was lief im Leverkusener Spiel? Vor allem die zuvor erwähnte Effizienz fehlte. Von außerhalb der Dreipunktelinie wollte für die „Riesen vom Rhein“ einfach nichts fallen – egal, wie offen die Wurfgelegenheiten auch waren. Es war aus Sicht der Rheinländer fast schon zum Verzweifeln.
Nach der Pause aber fingen sich die GIANTS und so entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in welchem sich keine Mannschaft wirklich absetzen bzw. an Boden gutmachen konnte. Leverkusen punktete immer genau dann, wenn es an der Zeit war. Zwar konnten die Tigers auch immer wieder Nadelstiche setzen, doch dies genügte nicht. BAYER bewies immer wieder Nehmerqualitäten und kämpfte nach Rückschlägen weiter. Mit 74:68 ging es in die Schlussperiode.
Diese entwickelte sich zunächst zu einem „Thriller“. Tübingen kam den Rheinländern in der 34. Spielminute gefährlich nahe, als Jordan Johnson an der Freiwurflinie auf 78:76 verkürzte. Die Begegnung stand auf Messers Schneide und die Tigers waren kurz davor, die Partie zu kippen. Doch am 24. Spieltag hatte BAYER die besseren Argumente. In der 36. Minute traf Sebastian „Manni“ Brach einen immens wichtigen Dreier zum 83:76. Die Ostermann-Arena (1.508 Zuschauer) stand Kopf! Dieser Treffer tat weh und die Süddeutschen fanden kein Mittel mehr, um dem 14-maligen Deutschen Meister ernsthaft Paroli zu bieten. Mit 94:81 feierten Ricardo Lynch, Calin Nita & Co. einen verdienten Erfolg.
Mit 22 Zählern überragte Luca Finn Kahl gegen Tübingen. Es war der „Karrierebestwert“ des Point Guards in der Kategorie „Punkte in einem Spiel“. Lök Wur fuhr mit 11 Zählern und zehn eingesammelten Rebounds sein erstes Profi-„Double-Double“ ein. Zweistellig scorten des Weiteren John Williams Jr. (15), Kobe Langley (14) und Dennis Heinzmann (14).
Koch: „Vom Start weg gemerkt, wie groß das Selbstvertrauen ist“
Coach Mike Koch fasst zusammen: „Für uns ist es ein wichtiger Sieg, vor allem ist es der dritte Heimerfolg in Serie. Vom Start weg hat man gemerkt, wie hoch unser Selbstvertrauen war, und das trotz der bitteren Niederlage in Münster. Natürlich hatten wir auch einige kleine Patzer in der Partie, vor allem das zweite Viertel war defensiv nicht gut genug. Dennoch haben wir uns davon nicht entmutigen lassen und schlussendlich einen „Start-Ziel-Sieg“ einfahren können. Ich kann den Jungs zu dieser sehr couragierten Leistung nur gratulieren und freue mich vor allem für unsere Fans, die uns so toll supportet haben. Jetzt atmen wir erst einmal kräftig durch und werden uns während des FIBA-Breaks intensiv auf Bochum vorbereiten.“
Scoring BAYER GIANTS (vs. Tübingen): Luca Finn Kahl (22 Punkte), John Williams Jr. (15), Kobe Langley (14), Dennis Heinzmann (14), Lök Wur (11), Sören-Eyke Urbansky (8), Sebastian Brach (5), Donte Nicholas (5), Ricardo Lynch und Calin Nita (DNP).
Christopher Kwiotek (CK)